{"id":7324,"date":"2017-02-25T23:43:32","date_gmt":"2017-02-25T22:43:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wababbel.de\/ferdi\/?p=7324"},"modified":"2017-02-25T23:51:43","modified_gmt":"2017-02-25T22:51:43","slug":"klabund-deutsche-literaturgeschichte-in-einer-stunde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?p=7324","title":{"rendered":"Klabund: Deutsche Literaturgeschichte in einer Stunde"},"content":{"rendered":"<p>Ein Eintrag, der Werbung machen m\u00f6chte: Klabunds &#8222;Literaturgeschichte&#8220;, im Netz einsehbar, ist zwar nicht ganz unbekannt, k\u00f6nnte aber durchaus noch um einiges bekannter sein mit ihrer ungew\u00f6hnlich klaren, verst\u00e4ndigen, ganz &#8222;klabundigen&#8220; Sicht auf die deutsche Literatur von ihren Anf\u00e4ngen bis zu Klabunds Gegenwart (zuerst erschienen ist die Literaturgeschichte 1922).<\/p>\n<p class=\"line\">&#8222;Alles, was er gewollt hat, hat er gekonnt&#8220;, hei\u00dft es da von Klopstock,<\/p>\n<p class=\"line\">&#8222;Aber alle Revolutionen \u00fcberdauern wird das heilige L\u00e4cheln der Iphigenie und der Schrei des Dichters im Tasso: <em>Denn wenn der Mensch in seiner Qual verstummt, \/ Gab mir ein Gott zu sagen, was ich leide. <\/em>Denn hier geht es nicht um die Befreiung einer Klasse oder Rasse, sondern um die Befreiung des Menschen&#8220; von Goethe und seinen Dramen.<\/p>\n<p class=\"line\">Hebels Sprache nennt Klabund &#8222;ein Deutsch, wie es einfacher und tiefer, zweckloser und klangvoller nicht erdacht und geschrieben werden kann&#8220;,<\/p>\n<p class=\"line\">und die Vertreter des schw\u00e4bischen Dichterkreises stellt er dem Leser so vor Augen: &#8222;Die schw\u00e4bischen Dichter, unz\u00e4hlbar wie der Stra\u00dfenstaub in Stuttgart, zeichnen sich durch eine betonte Philisterhaftigkeit aus. Wenn ihrer trefflichen wohlgerundeten Gattin sonntags die Kl\u00f6\u00dfe oder die Sp\u00e4tzle nicht recht gerieten, dann ziehen sie die Stirne kraus, die Adern schwellen, und auf dem Kopf die Nachtm\u00fctze zittert vor Erregung. Sie laufen erregt durchs Zimmer und stolpern wohl \u00fcber die Quasten und Bommeln ihres Schlafrocks. Und sind erst beruhigt, wenn Mutter die Pfeife stopft und einen extra guten Kaffee zum Nachtisch kocht. Da schwellen die Adern ab, die Nachtm\u00fctze beruhigt sich. Die J\u00fcngste bringt ein blaues Schreibheft von Vaters Schreibtisch, die \u00c4lteste Tinte und G\u00e4nsekiel. Und, bewacht und betreut von den Seinen, beginnt Vater zu dichten.&#8220;<\/p>\n<p class=\"line\">\u00dcber M\u00f6rikes Verse lautet sein Urteil so, &#8222;Sie sind nicht erk\u00fcnstelt, nicht erzwungen: sie sind rund und vollendet und duften wie reife \u00c4pfel&#8220;, und zu M\u00f6rikes Schaffen ganz allgemein merkt er an: &#8222;Er erschreckt nie. Seine Schauergeschichten machen l\u00e4cheln. Und wenn er dunkel ist, so ist er dunkel wie eine Sommernacht in Kleversulzbach, warm und besternt, und wir wissen, dass die Morgenr\u00f6te nicht fern ist.&#8220;<\/p>\n<p class=\"line\">Und so immer weiter &#8211; wer hineinschaut, wird zu den Dichtern seines Interesses Bedenkenswertes finden! Ich f\u00fcge nur noch eine &#8222;Dreier-Betrachtung&#8220; an: &#8222;Eichendorff und H\u00f6lderlin sind Nord- und S\u00fcdpol der deutschen Lyrik. Goethe ist die Erdmitte. H\u00f6lderlin: ein Einziger unter den Deutschen, der hieratische Priester der heiligsten Empf\u00e4ngnis, der strengsten Verk\u00fcndigung: Kind und Greis. Anfang und Ende. Goethe: der Mann, gewaltig schreitend, Flamme und Tuba. Eichendorff: das deutsche All im Regenbogen. Herz des J\u00fcnglings im Sommerabend wie eine erste und letzte Rose aufbrechend: durchbl\u00fchend die Nacht bis zum Morgenrot. Eichendorff: das Volkslied. Goethe: die Trilogie der Leidenschaft des geistigen Menschen. H\u00f6lderlin: der Gottgesang.&#8220;<em><br \/>\n<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Eintrag, der Werbung machen m\u00f6chte: Klabunds &#8222;Literaturgeschichte&#8220;, im Netz einsehbar, ist zwar nicht ganz unbekannt, k\u00f6nnte aber durchaus noch um einiges bekannter sein mit ihrer ungew\u00f6hnlich klaren, verst\u00e4ndigen, ganz &#8222;klabundigen&#8220; Sicht auf die deutsche Literatur von ihren Anf\u00e4ngen bis zu Klabunds Gegenwart (zuerst erschienen ist die Literaturgeschichte 1922). &#8222;Alles, was er gewollt hat, hat&#8230; <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?p=7324\">Read More <span class=\"screen-reader-text\"> in Klabund: Deutsche Literaturgeschichte in einer Stunde<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":15,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[],"class_list":["post-7324","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7324","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/15"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7324"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7324\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7328,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7324\/revisions\/7328"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7324"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7324"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7324"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}