{"id":7349,"date":"2017-03-05T20:56:20","date_gmt":"2017-03-05T19:56:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wababbel.de\/ferdi\/?p=7349"},"modified":"2017-03-06T11:06:57","modified_gmt":"2017-03-06T10:06:57","slug":"erzaehlverse-der-blankvers-96-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?p=7349","title":{"rendered":"Erz\u00e4hlverse: Der Blankvers (96)"},"content":{"rendered":"<p>Julius Grosse l\u00e4sst in &#8222;Thomas, der F\u00e4hrmann&#8220; seine Leser einem Gespr\u00e4ch lauschen; Wobei der eine Gespr\u00e4chspartner durchaus anwesend ist, aber nicht zu Wort kommt &#8211; teils durch die Schuld des Verfassers, teils durch die Schuld seiner Hauptfigur &#8230; Der Anfang:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es gibt kein Wetter, Herr. Nur leichte W\u00f6lkchen,<br \/>\nSie kommen \u00fcber&#8217;n See mit gutem Ostwind,<br \/>\nUnd schw\u00fcle wird der Tag. Drum lasst bei Zeit<br \/>\nUns nochmal trinken vor der langen Seefahrt.<br \/>\nSetzt euch nur ein. Wir haben Platz und Feuer,<br \/>\nIch dank Euch, Herr &#8211; ein gutes Kraut. Erlaubt,<br \/>\nDass ich zum Sonntag spare die Zigarre &#8230;<br \/>\nEin alter Mann muss knausern, und beim Rudern<br \/>\nHei\u00dft&#8217;s Achtung geben, um den Kurs zu halten.<br \/>\nIhr schaut euch um, wir sind schon weit vom Land,<br \/>\nSpannt Euren Schirm nur auf, die Sonne sticht,<br \/>\nDie Luft ist klar &#8211; auf sieben Stunden sieht man<br \/>\nJedwedes Schloss, Geh\u00f6ft, Kapell&#8216; und Gasthaus<br \/>\nRingsum am See und an den Bergen allen.<\/p>\n<p>Schaut hin dort droben, deckt das Auge Euch.<br \/>\nSeht ihr das Schloss mit den zwei T\u00fcrmchen vorn;<br \/>\nDie Fenster blitzen, den Balkon beschattet<br \/>\nEin Linnendach &#8211; jetzt tritt es aus den B\u00e4umen.<br \/>\nDa wohnen kluge Leute, Herr. Der Alte<br \/>\nIst hochstudiert und half vor drei\u00dfig Jahren<br \/>\nDas Griechenvolk befreien von den T\u00fcrken.<br \/>\nDrum schenkte ihm der Prinz das alte Waldschloss<br \/>\nUnd machte ihn zum Edelmann. Nun wohnt er<br \/>\nWohl manchen Sommer droben mir den T\u00f6chtern.<br \/>\n&#8218;S sind sch\u00f6ne M\u00e4dchen, und noch alle ledig.<br \/>\nWohl mancher Fremde schaute mit dem Fernrohr<br \/>\nVom Nachen hin und fischte nur zum Schein &#8211;<br \/>\nUmsonst. Der alte Herr war lange gl\u00fccklich,<br \/>\nJetzt brummt er oft und seufzt bei seiner Zeitung,<br \/>\nWeil er nur T\u00f6chter hat, denn h\u00e4tt&#8216; er S\u00f6hne &#8211;<br \/>\nEr schickte nach Italien sie zum Kaiser;<br \/>\nZwar nicht wie er ein Volk dort zu befreien,<br \/>\nNein, gegen die Rebellen. Herr, &#8217;s ist seltsam,<br \/>\nWie sich die Menschen \u00e4ndern mit den Jahren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Und so noch lange weiter, ein angenehm dahinpl\u00e4ttschernder Strom von Tratsch in Blankvers-Form &#8211; der sich trotzdem lesen l\u00e4sst!<\/p>\n<p>Die &#8222;Befreiung des Griechenvolks von den T\u00fcrken&#8220; hatte einige Jahre vor Grosses Geburt begonnen und fand 1829, also in seinem ersten Lebensjahr ihr Ende;\u00a0 Drei\u00dfig Jahre sp\u00e4ter, 1859, k\u00e4mpften die Italiener um die Unabh\u00e4ngigkeit von \u00d6sterreich und seinem Kaiser. Hinter dem leichten Ton verbergen sich also doch ernste Ereignisse, die der Verfasser, der lange Zeit in M\u00fcnchen wohnte (und 1902 in Italien starb), aus nicht allzu gro\u00dfer Entfernung mitverfolgt hat &#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Julius Grosse l\u00e4sst in &#8222;Thomas, der F\u00e4hrmann&#8220; seine Leser einem Gespr\u00e4ch lauschen; Wobei der eine Gespr\u00e4chspartner durchaus anwesend ist, aber nicht zu Wort kommt &#8211; teils durch die Schuld des Verfassers, teils durch die Schuld seiner Hauptfigur &#8230; Der Anfang: &nbsp; Es gibt kein Wetter, Herr. 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