{"id":7431,"date":"2017-03-23T23:15:59","date_gmt":"2017-03-23T22:15:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wababbel.de\/ferdi\/?p=7431"},"modified":"2017-03-24T11:35:45","modified_gmt":"2017-03-24T10:35:45","slug":"erzaehlverse-79","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?p=7431","title":{"rendered":"Erz\u00e4hlverse: Das Distichon (79)"},"content":{"rendered":"<p>Friedrich Gundolf hat in Bezug auf Goethes &#8222;R\u00f6mische Elegien&#8220; und &#8222;Venetianische Epigramme&#8220; einmal das hier zur &#8222;verschiedenen Behandlung des Distichons in den Elegien und in den Epigrammen&#8220; geschrieben:<\/p>\n<p><em>Hexameter und Pentameter bilden bei den Elegien eine ineinandergreifende Einheit, mit mehreren EInheiten ihresgleichen zu einem Ganzen verkn\u00fcpft. Der Pentameter f\u00fchrt weiter, unterstreich, betont oder verdeutlich, was im Hexameter angelegt ist, er l\u00e4uft in derselben gedanklichen Richtung weiter, in derselben Welle, und wie Pentameter auf Hexameter, so folgt Distichon auf Distichon. In den Epigrammen ist dagegen entweder der Hexameter dem Pentameter antithetisch gegen\u00fcbergestellt, wie den zweizeiligen, oder eine Gruppe von Distichen einer anderen, wie bei den mehrzeiligen, oder der pointierte Schlussvers dem ganzen Gedicht.<\/em><\/p>\n<p>Soweit verst\u00e4ndlich und eigentlich nicht nur bei Goethe anzutreffen, sondern allgemein. Gundolf weiter:<\/p>\n<p><em>Diese Gegen\u00fcberstellung beruht entweder auf einer einfachen Antithese zweier Anschauungen oder Begriffe oder auf der Antithese einer Lehre und einer Anschauung, einer Nutzanwendung und einer Erfahrung; oder eine Pointe wird herausgearbeitet in Gestalt einer \u00dcberraschung, welche durch Frage oder Erwartung vorbereitet wird. Allen drei Typen der Gegen\u00fcberstellung gemeinsam ist die Spannung zwischen der Vorstellung und dem Begriff, denn selbst wo zwei Vorstellungen oder Namen konfrontiert werden, kommt es auf die Spannung zwischen Geschehenem und Gedachtem, Erfahrung und Lehre an: Dies ist Goethes Tribut an die Gattung Epigramm.<\/em><\/p>\n<p>Und dann, Goethes Vorgehen noch einmal knapp und klar zusammenfassend:<\/p>\n<p><em>Aber Goethe gewinnt im Gegensatz zu anderen Epigrammatikern diese Spannung nicht durch Zusammenzw\u00e4ngen zweier heterogener Dinge, sondern durch Spaltung und Entfaltung eines Zusammengeh\u00f6rigen in verschiedene seiner Elemente.<\/em><\/p>\n<p>Dar\u00fcber l\u00e4sst sich nachdenken, am besten \u00fcber die Venetianischen Epigramme gebeugt!\u00a0 \u00dcber deren Inhalt Gundolf in Bezug auf Goethe noch einen \u00fcberraschenden Satz zu sagen wei\u00df:<\/p>\n<p><em>Nicht sein Ich, sondern sein Selbst wird ausgesprochen.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Friedrich Gundolf hat in Bezug auf Goethes &#8222;R\u00f6mische Elegien&#8220; und &#8222;Venetianische Epigramme&#8220; einmal das hier zur &#8222;verschiedenen Behandlung des Distichons in den Elegien und in den Epigrammen&#8220; geschrieben: Hexameter und Pentameter bilden bei den Elegien eine ineinandergreifende Einheit, mit mehreren EInheiten ihresgleichen zu einem Ganzen verkn\u00fcpft. 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