{"id":7448,"date":"2017-03-27T20:15:19","date_gmt":"2017-03-27T19:15:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wababbel.de\/ferdi\/?p=7448"},"modified":"2017-03-27T20:17:24","modified_gmt":"2017-03-27T19:17:24","slug":"prosa-poesie-rhythmus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?p=7448","title":{"rendered":"Prosa. Poesie. Rhythmus."},"content":{"rendered":"<p>Ich lese dieser Tage wieder viel in Schulb\u00fcchern, heute: in Karl Wilhelm Ludwig Heyses &#8222;Kurzgefasste Verslehre der deutschen Sprache, zum Schul- und Hausgebrauch&#8220; (erschienen 1825).<\/p>\n<p>Heyse f\u00e4ngt in deutscher Gr\u00fcndlichkeit bei den Anf\u00e4ngen an und arbeitet sich dann vor; unter dem schon f\u00fcr sich &amp; und in seiner Nachdr\u00fccklichkeit anziehenden Titel dieses Eintrags &#8211; &#8222;Prosa. Poesie. Rhythmus.&#8220; &#8211; liest man:<\/p>\n<p><em>Die Sprache des Bed\u00fcrfnisses und der Wissenschaften nennen wir Prosa. In ihr tritt die materielle Seite der Sprache mehr in den Hintergrund, und der Gedanke \u00fcberwiegt. Sie hat die Mitteilung von Zwecken und Interessen des gemeinen Lebens oder die Darlegung bestimmter Erkenntnisse zu ihrem Gegenstand und muss, um ihren Zweck der Mitteilung oder Belehrung desto sicherer und vollkommener zu erreichen, vor allem nach m\u00f6glichster Richtigkeit und Deutlichkeit in Ausdruck, Anordnung und Verbindung der Worte nach den Gesetzen des Denkens streben.<\/em><\/p>\n<p><em>Die Poesie hingegen hat, wie jede Kunst, die Sch\u00f6nheit zum Hauptgesetz. Sch\u00f6nheit aber wird nur erreicht durch Harmonie des Inhalts mit der Form. Die Form muss daher auch sch\u00f6n, das hei\u00dft kunstm\u00e4\u00dfig geregelt sein, um der Idee, deren Ausdruck sie dient, angemessen zu sein. Diese kunstm\u00e4\u00dfige Gestaltung der Sprache, als der Form f\u00fcr die poetische Idee, wird am vollst\u00e4ndigsten bewirkt durch das, was die Griechen Rhythmus, die R\u00f6mer Numerus nennen (ein ganz entsprechendes deutsches Wort fehlt uns). Das Wesen des Rhythmus aber besteht in einem ebenm\u00e4\u00dfigen (symmetrischen) Verh\u00e4ltnis der Sprachelemente nach ihrem extensiven und intensiven Wert, das ist nach ihrer quantitativen Ausdehnung in der Zeit und dem qualitativen Grad ihres Tones, wodurch die Sprache nach ihrer k\u00f6rperlichen Seite geregelt und ihr Wohllaut erh\u00f6ht wird.<\/em><\/p>\n<p>Uff. Da wird kein Schulbuch geschrieben &#8211; da werden die innersten Gesetze der Welt verk\u00fcndet &#8230; So klingt es jedenfalls; in Wirklichkeit ist das ein an manchen Stellen wackliges Geb\u00e4ude. Und trotzdem eines, das in Augenschein zu nehmen lohnt, denn <em>irgendeine<\/em> Bestimmung dieser Begriffe muss sein, sonst k\u00f6nnte man auch gleich auf sie verzichten! Und bedenkenswert sind Heyses Ansichten allemal.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich lese dieser Tage wieder viel in Schulb\u00fcchern, heute: in Karl Wilhelm Ludwig Heyses &#8222;Kurzgefasste Verslehre der deutschen Sprache, zum Schul- und Hausgebrauch&#8220; (erschienen 1825). Heyse f\u00e4ngt in deutscher Gr\u00fcndlichkeit bei den Anf\u00e4ngen an und arbeitet sich dann vor; unter dem schon f\u00fcr sich &amp; und in seiner Nachdr\u00fccklichkeit anziehenden Titel dieses Eintrags &#8211; &#8222;Prosa&#8230;. <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?p=7448\">Read More <span class=\"screen-reader-text\"> in Prosa. Poesie. 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