{"id":7760,"date":"2017-06-13T23:37:37","date_gmt":"2017-06-13T22:37:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wababbel.de\/ferdi\/?p=7760"},"modified":"2017-06-13T23:37:37","modified_gmt":"2017-06-13T22:37:37","slug":"buecher-zum-vers-107","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?p=7760","title":{"rendered":"B\u00fccher zum Vers (107)"},"content":{"rendered":"<p><strong>Heinz Mitlacher: Moderne Sonettgestaltung.<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Modern&#8220; ist ein zeitabh\u00e4ngiger Begriff &#8211; dieses B\u00e4ndchen ist 1932 bei Noske erschienen und sein Inhalt daher heute sicher nicht mehr &#8222;modern&#8220;; aber eiige sinnvolle Dinge finden sich selbstredend trotzdem in ihm.<\/p>\n<p>Zu den Reimen des Sonetts sagt Mitlacher etwa (Seite 47):<\/p>\n<p><em>Vollends unwichtig ist die Reimstellung der Terzinen, die ja von jeher gr\u00f6\u00dferen Spielraum gew\u00e4hrten als die Quartette und etwas &#8222;vogelfrei&#8220; waren; einen typisch-einmaligen Charakter gewinnen sie nur, wenn sie mit einem Reimpaar enden: dann haben sie oft jenes Epigrammatische des Schlusses, das den Shakespeare-Sonetten anhaftet und das sie vorz\u00fcglich zur Pr\u00e4gung von Spruchweisheit geeignet macht:<\/em><\/p>\n<p><em>Es ist am Besten, wo die Wesen trubeln,<\/em><br \/>\n<em> Sich durchzuleiden und sich durchzujubeln.<\/em><\/p>\n<p><em>Solche epigrammatische Wirkung ist aber jenen gepaarten Reimen, die im Innern der umschlie\u00dfend gereimten Quartette zusammentreten, versagt: weil sie nicht selbstst\u00e4ndig, sondern in die Struktur des ganzen Quartetts einbezogen sind.<\/em><\/p>\n<p>Das leuchtet ein, allerdings: &#8222;wo die Wesen trubeln&#8220;?! Klingt nach einem eher ungew\u00f6hnlichen Text &#8230; Ich h\u00e4nge das entsprechende Sonett, &#8222;Ewige Bestimmung&#8220; von Franz Werfel, noch an; da l\u00e4sst sich sicherlich einiges sagen zur Reimgestaltung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Da pl\u00f6tzlich steh ich wie vor offnen Toren<br \/>\nUnd seh mich gehen, h\u00f6r mich S\u00e4tze sagen,<br \/>\nIch wei\u00df mich wagen und in allen Lagen<br \/>\nDes Lebens zag sein oder unverfroren.<\/p>\n<p>Warum h\u00f6rt nie das Heimweh auf, zu nagen?<br \/>\nIch frage mich, in seinem Traum verloren:<br \/>\nWieviele M\u00fctter haben mich geboren,<br \/>\nWie oft noch wird man mich zu Grabe tragen?<\/p>\n<p>Dann wei\u00df ich Nachts, warum die Sterne klagen,<br \/>\nDie um ein Zentrum ihre Bahnen schlagen<br \/>\nWie Str\u00e4flinge den Hof im Trab umjagen.<\/p>\n<p>Doch bald begreift mein weltliches Behagen:<br \/>\nEs ist am Besten, wo die Wesen trubeln,<br \/>\nSich durchzuleiden und sich durchzujubeln.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heinz Mitlacher: Moderne Sonettgestaltung. &#8222;Modern&#8220; ist ein zeitabh\u00e4ngiger Begriff &#8211; dieses B\u00e4ndchen ist 1932 bei Noske erschienen und sein Inhalt daher heute sicher nicht mehr &#8222;modern&#8220;; aber eiige sinnvolle Dinge finden sich selbstredend trotzdem in ihm. Zu den Reimen des Sonetts sagt Mitlacher etwa (Seite 47): Vollends unwichtig ist die Reimstellung der Terzinen, die ja&#8230; <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?p=7760\">Read More <span class=\"screen-reader-text\"> in B\u00fccher zum Vers (107)<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":15,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[],"class_list":["post-7760","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7760","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/15"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7760"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7760\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7761,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7760\/revisions\/7761"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7760"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7760"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7760"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}