{"id":8061,"date":"2017-08-30T21:46:25","date_gmt":"2017-08-30T20:46:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wababbel.de\/ferdi\/?p=8061"},"modified":"2017-08-30T21:46:25","modified_gmt":"2017-08-30T20:46:25","slug":"erzaehlverse-der-hexameter-165","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?p=8061","title":{"rendered":"Erz\u00e4hlverse: Der Hexameter (165)"},"content":{"rendered":"<p>Metrische Lehrb\u00fccher des 19. Jahrhunderts zeichnen sich auch aus durch, na, ich sage einmal: Meinungsfreudigkeit. Oft sind sie viel st\u00e4rker vorschreibend als beschreibend, und was der Vorschrift dann nicht entspricht, hat halt Pech gehabt &#8230;<\/p>\n<p>Ein Beispiel ist da Friedrich Schmitthenners &#8222;Ausf\u00fchrliche teutsche Sprachlehre&#8220; aus dem Jahre 1828. Darin findet man S\u00e4tze wie diesen:<br \/>\n<em><br \/>\nDie Geschichte des Hexameters unter den Teutschen ist zugleich eine der Verirrungen des Geschmackes; die h\u00e4sslichsten Verse sind unter seinem Namen gebildet worden. <\/em><\/p>\n<p>Dieses Urteil veranschaulichen sollen auch Verse von Wieland. &#8222;Die G\u00fcte des Herren&#8220; schlie\u00dft der einen Vers, um dann fortzufahren:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ist die Mutter der Freude, des ruhigen L\u00e4chelns der Unschuld<br \/>\nUnd der erhab&#8217;nen Entz\u00fcckung, die bis zum Throne hinaufflammt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Was hier Schmitthenners Zorn herbeiruft, wird nicht gesagt; ich denke, es sind vor allem die beiden zweisilbigen Versf\u00fc\u00dfe &#8222;<strong>Ist<\/strong> die&#8220; und &#8222;<strong>bis<\/strong> zum&#8220; &#8211; schlie\u00dflich schreibt Schmitthenner:<\/p>\n<p><em>An den daktylischen Sechsf\u00fc\u00dfler ergehen die unnachl\u00e4sslichen Forderungen:<\/em><\/p>\n<p><em><strong>1.<\/strong> Dass der Daktylus nirgends durch einen Troch\u00e4us vertreten werde, weil er verst\u00e4ndigerweise nur den Spondeus, als einen Fu\u00df von gleicher Dauer, zum Stellvertreter haben kann.<\/em><\/p>\n<p>Das kann man so sehen &#8211; schade nur, dass man damit allen Hexametern Klopstocks, Goethes, Schillers und H\u00f6lderlins jeglichen Wert abspricht &#8230; Erfordert etwas Mut, sicherlich?! Vorsichtige Naturen beschr\u00e4nkten sich wahrscheinlich darauf, im zweisilbigen Fu\u00df eine ausreichend starke Hebungssilbe anzumahnen; &#8222;Ist&#8220; und &#8222;bis&#8220; leisten das kaum, aber auch das ist nichts, was ein achtsamer Vortrag nicht ausgleichen k\u00f6nnte &#8230;<\/p>\n<p>Die zweite dieser &#8222;unnachl\u00e4sslichen Forderungen&#8220; aber beindruckt zum einen durch ihre Gewissheit, die durch die Kargheit des Ausdrucks wunderbar deutlich wird; zum anderen dadurch, dass sie tats\u00e4chlich wahr ist:<\/p>\n<p><em><strong>2.<\/strong> Dass die Mittelruhe stattfinde.<\/em><\/p>\n<p>Meint: Ein Hexameter ohne Z\u00e4sur ist keiner. Und das stimmt, ohne jedes Wenn und Aber.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Metrische Lehrb\u00fccher des 19. Jahrhunderts zeichnen sich auch aus durch, na, ich sage einmal: Meinungsfreudigkeit. Oft sind sie viel st\u00e4rker vorschreibend als beschreibend, und was der Vorschrift dann nicht entspricht, hat halt Pech gehabt &#8230; Ein Beispiel ist da Friedrich Schmitthenners &#8222;Ausf\u00fchrliche teutsche Sprachlehre&#8220; aus dem Jahre 1828. 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