{"id":8071,"date":"2017-09-02T23:51:33","date_gmt":"2017-09-02T22:51:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wababbel.de\/ferdi\/?p=8071"},"modified":"2017-09-02T23:51:33","modified_gmt":"2017-09-02T22:51:33","slug":"erzaehlverse-der-hexameter-166","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?p=8071","title":{"rendered":"Erz\u00e4hlverse: Der Hexameter (166)"},"content":{"rendered":"<p>Mich treibt immer noch die &#8222;Ausf\u00fchrliche teutsche Sprachlehre&#8220; von Friedrich Schmitthenner um &#8211; siehe <strong>(165)<\/strong>! Da findet sich auch folgende Regel:<\/p>\n<p><em>Gleiche Wortf\u00fc\u00dfe nacheinander m\u00fcssen m\u00f6glichst vermieden werden, weil sonst leicht neben dem durch das Metrum gebotenen Rhythmus noch ein anderer sich gestaltet, der jenen \u00fcbert\u00f6nt, zum Beispiel<\/em><\/p>\n<p><em>Schroffe Gestade des Meeres, die Wogen gewaltig erbrausten.<\/em><\/p>\n<p>Einer der unsch\u00f6nen, durch f\u00fcnf amphybrachische Wortf\u00fc\u00dfe, sprich: <em>Sinneinheiten<\/em> &#8222;gel\u00e4hmten&#8220; Hexameter! Woher er stammt, wird nicht angegeben, und sucht man im Netz, findet er sich auch nicht; oder besser, er findet sich, aber in einem anderen Werk Schmitthenners, und auch da ohne Quelle &#8230;<\/p>\n<p><em>Ursprachlehre. Entwurf zu einem System der Grammatik mit besonderer R\u00fccksicht auf die Sprache des indisch-teutschen Stammes: das Sanskrit, das Persische, die peasgischen, slavischen und teutschen Sprachen.<\/em><\/p>\n<p>So hei\u00dft dieses Werk, und in ihm liest man:<\/p>\n<p><em>Die Wortf\u00fc\u00dfe d\u00fcrfen nicht so gew\u00e4hlt und geordnet werden, dass neben dem durch das Metrum gebotenen Rhythmus noch ein anderer her l\u00e4uft, weil sonst die Einheit der Form unkenntlich wird, wie zum Beispiel folgender Vers &#8230;<\/em><\/p>\n<p><em>Schroffe Gestade des Meeres, die Wogen gewaltig erbrausten,<\/em><\/p>\n<p><em>amphybrachisch aus seinem Metrum heraush\u00fcpft.<\/em><\/p>\n<p>Hm. Ich bin mit der Begr\u00fcndung nicht ganz einverstanden, kann aber noch nicht den Finger darauf legen &#8230; Aber auch andere Metriker geben die Empfehlung, im Hexameter keinen Wortfu\u00df mehr als zweimal hintereinander zu gebrauchen, und der Blick in die Texte zeigt, da ist wirklich etwas dran. Es lohnt sich also, beim eigenen Schreiben ein wenig darauf zu achten!<\/p>\n<p>Zum Schluss noch ein anderer Vers, der die ziemlich h\u00e4ufig &#8222;schroffen&#8220; &#8222;Gestade&#8220; enth\u00e4lt, nur so zum Vergleich &#8211; aus dem f\u00fcnften Gesang der Odyssee, in der \u00dcbersetzung von Vo\u00df:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Graunvoll donnerte dort an dem schroffen Gestade die hohe,<br \/>\nF\u00fcrchterlich strudelnde Brandung, und weithin spritzte der Meerschaum.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Da h\u00fcpft dann nichts aus dem Metrum, schon gar nicht amphybrachisch, ein Wortfu\u00df, gegen den Vo\u00df bekanntlich eine tiefe Abneigung besa\u00df &#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mich treibt immer noch die &#8222;Ausf\u00fchrliche teutsche Sprachlehre&#8220; von Friedrich Schmitthenner um &#8211; siehe (165)! 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