{"id":8636,"date":"2018-02-12T23:20:34","date_gmt":"2018-02-12T22:20:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wababbel.de\/ferdi\/?p=8636"},"modified":"2018-02-12T23:21:52","modified_gmt":"2018-02-12T22:21:52","slug":"erzaehlverse-der-hexameter-178","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?p=8636","title":{"rendered":"Erz\u00e4hlverse: Der Hexameter (178)"},"content":{"rendered":"<p>Hexameter und Reim vertragen sich nicht. Am wenigsten f\u00e4llt das wohl auf, \u00fcberf\u00fchrt man den Hexameter in eine Strophe und verbindet ihn dar\u00fcber hinaus mit anderen Versen. Zwei Beispiele:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wettgesang<\/strong><\/p>\n<p>Heute belauscht&#8216; ich am Bach wetteifernde Hirtenges\u00e4nge,<br \/>\nUnd schwellend hob sich meine Brust<br \/>\nBeim anschmeichelnden Hauch einf\u00e4ltiger landlicher Kl\u00e4nge<br \/>\nVon Liebesleid und Sommerlust.<br \/>\nKunstlos war der Gesang, auch prunklos waren die Singer,<br \/>\nUnd selber schmucklos war die Flur;<br \/>\nDoch vom Himmel ein Glanz war irdischer M\u00e4ngel Bezwinger,<br \/>\nIch sah verkl\u00e4rte Lichtnatur.<br \/>\nH\u00f6rt, nicht wie es entsprang, wie mir in bezauberten Ohren<br \/>\nDas umgebot&#8217;ne Hirtenlied<br \/>\nSein urspr\u00fcngliches Nackt im t\u00f6nenden Schmucke verloren,<br \/>\nUnd wie ich selbst den Streit entschied.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&#8211; Friedrich R\u00fcckert. Ein Hexameter und als Kurzvers dabei ein iambischer Vierheber &#8211; ein &#8222;iambischer Dimeter&#8220;, wie das die Alten genannt h\u00e4tten. Insgesamt ein &#8222;1. pythiambisches Distichon&#8220; (das 2. hat einen sechshebigen Iambus &#8211; einen &#8222;iambischen Trimeter&#8220; &#8211; als Zweitvers). R\u00fcckert nennt das ein &#8222;modernes Idyll&#8220; &#8211; passt wahrscheinlich, &#8222;Alte Form&#8220; + &#8222;Reim&#8220;?!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>An Braga<\/strong> (erste Strophe)<\/p>\n<p>Komm, du Geber des Sangs, Apollens Besieger o Braga,<br \/>\nBei mir warten dein Braten und Fisch,<br \/>\nKomm, sonst hol dich der Teufel, Papa der Barden und Aga,<br \/>\nKomm an meinen besch\u00fcsselten Tisch!<\/p>\n<p>&#8211; Ludwig H\u00f6lty. Auch eine alte Form, ein &#8222;alkmanisches Distichon&#8220;, Hexameter + katalektischer daktylischer Vierheber, eben ein &#8222;alkmanischer Vers&#8220;, wahrscheinlich in aller K\u00fcrze so am sinnvollsten darstellbar: X x (x) \/ X x (x) \/ X x x \/ X. Zwei solcher Distichen in einer Strophe verbunden, und wie bei R\u00fcckert kreuzgereimt &#8211; das scheint m\u00f6glich? Auch hier ein Gegensatz zwischen S\u00fcden (alte Form) und Norden (Reim); das muss aber sicher nicht sein. (&#8222;Pa<strong>pa<\/strong>&#8222;, \u00fcbrigens, wie damals \u00fcblich &#8230;)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hexameter und Reim vertragen sich nicht. Am wenigsten f\u00e4llt das wohl auf, \u00fcberf\u00fchrt man den Hexameter in eine Strophe und verbindet ihn dar\u00fcber hinaus mit anderen Versen. Zwei Beispiele: &nbsp; Wettgesang Heute belauscht&#8216; ich am Bach wetteifernde Hirtenges\u00e4nge, Und schwellend hob sich meine Brust Beim anschmeichelnden Hauch einf\u00e4ltiger landlicher Kl\u00e4nge Von Liebesleid und Sommerlust. 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