{"id":8960,"date":"2018-05-17T23:47:57","date_gmt":"2018-05-17T22:47:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wababbel.de\/ferdi\/?p=8960"},"modified":"2018-05-19T09:26:13","modified_gmt":"2018-05-19T08:26:13","slug":"erzaehlformen-das-triolett-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?p=8960","title":{"rendered":"Erz\u00e4hlformen: Das Triolett (2)"},"content":{"rendered":"<p>Vor einigen Tagen fand ich eine Mappe wieder, in der sich 400+ Triolette befanden. Das schien eine gute Gelegenheit, einer grunds\u00e4tzlichen Frage nachzusp\u00fcren: Was sind die unverzichtbaren Eigenschaften eines Trioletts, und welche Eigenschaften sind eher eine M\u00f6glichkeit als eine Notwendigkeit? Eine (zugegebenerma\u00dfen sehr kleine) Stichprobe von 100 Trioletten des 18. und des 19. Jahrhunderts (die ersten 100 der Mappe) kann helfen, dar\u00fcber Klarheit zu gewinnen; vertreten sind ausschlie\u00dflich Texte, die von den jeweiligen Verfassern, manchmal von den Herausgebern als &#8222;Triolett&#8220; gekennzeichnet wurden; die Verfasser z\u00e4hlen dabei eher zur zweiten und dritten Reihe der deutschen Dichter, manchmal sind es auch ganz Unbekannte. Einige \u00dcbersetzungen aus dem Franz\u00f6sischen sind dabei; insgesamt scheint es mir eine brauchbare, weil ausgeglichene Textmenge.<\/p>\n<p>Desto h\u00e4ufiger eine Eigenschaft auftaucht, desto unverzichtbarer ist sie. Was nicht wirklich stimmt, aber eine brauchbare Ann\u00e4hrung scheint &#8230; Und da zeigt sich, die unverzichtbarste Eigenschaft eines Trioletts ist: Es ist gereimt &#8211; das trifft auf alle 100 Triolette zu. Auf 98 ohne Wenn und Aber; Die restlichen beiden bilden ein Doppeltriolett:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Sie<\/em><\/p>\n<p>Alle R\u00f6schen, die mir l\u00e4cheln,<br \/>\nMuss ich ohne S\u00e4umen pfl\u00fccken.<br \/>\nAn dem Busen muss ich tragen<br \/>\nAlle R\u00f6schen, die mir l\u00e4cheln.<br \/>\nOb mein Vater mir auch z\u00fcrne,<br \/>\nDass ich seine Blumen breche:<br \/>\nAlle R\u00f6schen, die mir l\u00e4cheln,<br \/>\nMuss ich ohne S\u00e4umen pfl\u00fccken.<\/p>\n<p><em>Er<\/em><\/p>\n<p>Alle M\u00e4dchen, die mir l\u00e4cheln,<br \/>\nMuss ich an den Busen dr\u00fccken.<br \/>\nK\u00fcssen muss ich, ohne Fragen,<br \/>\nAlle M\u00e4dchen, die mir l\u00e4cheln.<br \/>\nOb die Holde mir auch z\u00fcrne,<br \/>\nWas auch ihre Mutter spreche;<br \/>\nAlle M\u00e4dchen, die mir l\u00e4cheln,<br \/>\nMuss ich an den Busen dr\u00fccken.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In diesen beiden Trioletten von Peschek (die man inhaltlich vermutlich besser gar nicht erst zur Kenntnis nimmt) sind die drei Verse, die nicht in den <strong>AB &#8230; A &#8230; AB<\/strong> Grundaufbau eingebunden sind, im jeweiligen Triolett reimlos; im jeweils anderen Triolett finden sie allerdings ihre Entsprechung. Und auch der Grundaufbau reimt triolett\u00fcbergreifend!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor einigen Tagen fand ich eine Mappe wieder, in der sich 400+ Triolette befanden. Das schien eine gute Gelegenheit, einer grunds\u00e4tzlichen Frage nachzusp\u00fcren: Was sind die unverzichtbaren Eigenschaften eines Trioletts, und welche Eigenschaften sind eher eine M\u00f6glichkeit als eine Notwendigkeit? Eine (zugegebenerma\u00dfen sehr kleine) Stichprobe von 100 Trioletten des 18. und des 19. 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