{"id":905,"date":"2014-02-15T00:43:02","date_gmt":"2014-02-14T22:43:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wababbel.de\/ferdi\/?p=905"},"modified":"2014-02-15T00:43:02","modified_gmt":"2014-02-14T22:43:02","slug":"das-koenigreich-von-sede-26","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?p=905","title":{"rendered":"Das K\u00f6nigreich von Sede (26)"},"content":{"rendered":"<p>Schemel nahm den Krug entgegen,<br \/>\nSchwer vom Bier, das drinnen schwappte,<br \/>\nBlies den Schaum fort, hob den Krug an,<br \/>\nHob ihn an und hielt dann inne:<br \/>\nDenn am Grunde seines Kruges<br \/>\nSa\u00df, von gutem Bier umgeben,<br \/>\nStrengen Angesichts: ein Frosch.<br \/>\nTrafen sich der beiden Blicke,<br \/>\nDie des Mannes, die des Frosches,<br \/>\nUnd f\u00fcr eine lange Weile<br \/>\nR\u00fchrte sich der alte Narr nicht,<br \/>\nSa\u00df bewegungslos an seinem<br \/>\nTische Schemel; dann ein Seufzen &#8211;<br \/>\nAuf stand Schemel, schob den Bierkrug<br \/>\nIn die Falten des Gewandes,<br \/>\nSeiner weiten Narrenkleidung,<br \/>\nZahlte dieses Abends Rechnung,<br \/>\nGr\u00fc\u00dfte und verlie\u00df die Kneipe,<br \/>\nBei sich einen Krug, von Bier schwer;<br \/>\nUnd im Bier sa\u00df stumm ein Frosch.<br \/>\n(Doch der Wirt des Tintenf\u00e4sschens,<br \/>\nHocker, kundig vieler Dinge,<br \/>\nwusste von des Narren Handeln<br \/>\nUnd vom Krug, der in den Falten<br \/>\nDes Gewands verborgen war;<br \/>\nUnd er schwieg dazu, denn morgens,<br \/>\nWenn noch dicht die Nebel liegen,<br \/>\nMorgens fr\u00fch am n\u00e4chsten Tage:<br \/>\nW\u00fcrde er den Krug entdecken,<br \/>\nAbgestellt vor seiner T\u00fcr von &#8211;<br \/>\nNun, das war eins jener R\u00e4tsel,<br \/>\nDie dem Wirt des Tintenf\u00e4sschens,<br \/>\nHocker, kundig vieler Dinge,<br \/>\nAuch im Laufe all der Jahre<br \/>\nSich nicht offenbaren wollten:<br \/>\nOft war er, wenn ihm am Vortag<br \/>\nSchemel einen Krug entwendet,<br \/>\nFr\u00fch, beim ersten Morgengrauen,<br \/>\nAufgestanden, hatte wachsam<br \/>\nAuf den Nebel Ohr und Auge<br \/>\nLang gewendet, und doch niemals<br \/>\nMehr bemerkt im Morgennebel,<br \/>\nIn des Nebels Grau, als einen<br \/>\nHauch von Gr\u00fcn, er schien zu h\u00fcpfen,<br \/>\nUnd dann stand der leere Krug da,<br \/>\nVor der T\u00fcr des Tintenf\u00e4sschens,<br \/>\nEin Geheimnis seinem Herren.)<br \/>\nFort vom Tintenf\u00e4sschen strebte<br \/>\nSchemel, hin zum Schlosse ging er<br \/>\nLangsam, mit gemachen Schritten,<br \/>\nDass ihm&#8217;s Bier nicht \u00fcberschwappe;<br \/>\nSich das Fluchen streng versagend,<br \/>\nNur mit missvergn\u00fcgtem Brummeln<br \/>\nKam er so am Graben an.<br \/>\nBaute sich an dessen Rand auf,<br \/>\nStreckte seinen Arm, den Krug auch<br \/>\nAus und lie\u00df des guten Bieres<br \/>\nEine H\u00e4lfte, samt dem Frosche,<br \/>\nIn das Grabenwasser flie\u00dfen.<br \/>\nLaut scholl da der Fr\u00f6sche Quaken,<br \/>\nHocherfreut der Fr\u00f6sche Quaken!<br \/>\nL\u00e4rmten noch die Fr\u00f6sche, als sich<br \/>\nAus dem Graben still ein Arm hob,<br \/>\nSchwanenwei\u00df und wohlgestaltet,<br \/>\nEine Hand auch, die sich fordernd<br \/>\nSchemel neigte; und der legte<br \/>\nIn die Hand den halbgeleerten,<br \/>\nHalb mit Bier noch vollen Krug;<br \/>\nHand und Krug versanken langsam.<br \/>\nSchemel stand noch kurz am Graben,<br \/>\nSeufzte wieder, lauter diesmal,<br \/>\nWandte sich und ging dem Schloss zu,<br \/>\nSeines warmen Betts bed\u00fcrftig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schemel nahm den Krug entgegen, Schwer vom Bier, das drinnen schwappte, Blies den Schaum fort, hob den Krug an, Hob ihn an und hielt dann inne: Denn am Grunde seines Kruges Sa\u00df, von gutem Bier umgeben, Strengen Angesichts: ein Frosch. 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