{"id":9653,"date":"2020-02-09T22:57:59","date_gmt":"2020-02-09T21:57:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wababbel.de\/ferdi\/?p=9653"},"modified":"2020-01-16T23:00:32","modified_gmt":"2020-01-16T22:00:32","slug":"die-uz-strophe-15","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/verserzaehler.wababbel.de\/?p=9653","title":{"rendered":"Die Uz-Strophe (15)"},"content":{"rendered":"<p>Der Reiz der Uz-Strophe ist auch, gerade und besonders, die Vielfalt in der Anwendung. Johann Adolph Schlegel, um wieder ein Beispiel zu geben, benutzt in seiner Nachdichtung des 136. Psalms Zehnzeiler aus vierhebigen Jamben, zwischen die jeweils eine strenge, gereimte Uz-Strophe tritt, einem Chor (!) zugeordnet, in der immer der gleiche Inhalt leicht abge\u00e4ndert wiederholt wird. Ein kurzer Ausschnitt:<\/p>\n<p><em>Du schufst, dem Tage vorzustehen,<\/em><br \/>\n<em>Die Sonne, deren Licht erquickt,<\/em><br \/>\n<em>Das sie aus ungeheuren H\u00f6hen<\/em><br \/>\n<em>Zu uns in Augenblicken schickt.<\/em><br \/>\n<em>Wer freut sich nicht, wenn ihre Strahlen<\/em><br \/>\n<em>Die Welt mit Farben \u00fcbermalen,<\/em><br \/>\n<em>Bis der Regent der Nacht erscheint;<\/em><br \/>\n<em>Bis sich ihr Licht im Monde spiegelt,<\/em><br \/>\n<em>Durch den es wieder neubefl\u00fcgelt<\/em><br \/>\n<em>Mit unsern Schatten sich vereint?<\/em><\/p>\n<p><strong><em>Chor<\/em><\/strong><br \/>\n<em>Du schenkst der Erde das Licht. Nur dich, dich wollen wir lieben.<\/em><br \/>\n<em>Ist nicht dich lieben die seligste Pflicht?<\/em><br \/>\n<em>Auch wenn die Sonne verlischt und Mond und Sterne zerstieben,<\/em><br \/>\n<em>Wankt doch die Liebe des G\u00fctigen nicht.<\/em><\/p>\n<p><em>Du hilfst. \u00c4gypten hat&#8217;s erfahren,<\/em><br \/>\n<em>Da du die Erstgeburten schlugst,<\/em><br \/>\n<em>Und selber, mitten durch Gefahren,<\/em><br \/>\n<em>Dein Volk auf deinen H\u00e4nden trugst.<\/em><br \/>\n<em>Dein Engel k\u00f6mmt. Die Stolzen zagen.<\/em><br \/>\n<em>Er k\u00f6mmt. Mit Leichen und mit Klagen<\/em><br \/>\n<em>F\u00fcllt er \u00c4gyptens H\u00e4user an.<\/em><br \/>\n<em>Der, der dein Volk nicht lassen wollte,<\/em><br \/>\n<em>Bat itzt, dass es doch eilen sollte.<\/em><br \/>\n<em>Es eilt, und du ziehst selbst voran.<\/em><\/p>\n<p><strong><em>Chor<\/em><\/strong><br \/>\n<em>Dich, Gott, der Seufzenden Schutz, nur dich, dich wollen wir lieben.<\/em><br \/>\n<em>Ist nicht dich lieben die seligste Pflicht?<\/em><br \/>\n<em>Wenn schon zur Zeit der Gefahr kein Trost uns \u00fcbrig geblieben,<\/em><br \/>\n<em>So wankt die G\u00fcte des Retters doch nicht.<\/em><\/p>\n<p>Ein Aufbau, an den ich mein Leben nicht gedacht h\u00e4tte; und der, sobald man ihn gesehen hat, trotzdem sofort einleuchtet und vollkommen \u00fcberzeugend wirkt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Reiz der Uz-Strophe ist auch, gerade und besonders, die Vielfalt in der Anwendung. Johann Adolph Schlegel, um wieder ein Beispiel zu geben, benutzt in seiner Nachdichtung des 136. 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